Video-Marketing: Die ungenutzte Chance

Video-Marketing: Die ungenutzte Chance

Der Vortrag zum Thema Video-Marketing von Christian Tembrink (netspirits) und Oliver Weiß (ARS24) erfreute sich auf der SMX München großer Beliebtheit. Darum haben wir in Zusammenarbeit mit den beiden den Vortrag in einen Artikel konvertiert und präsentieren Ihnen hier die Learnings.

Der Artikel wird sich in zwei Teile gliedern. Zunächst schauen wir uns an, wieso Christian Video-Marketing für essenziell hält und wie sich organische Effekte mit Video Ads noch verstärken lassen. Im zweiten Teil wird es dann praxisnaher, denn wir schauen uns an, wie Oliver für seinen Auto-Radio-Shop große Erfolge dank Video-Marketing erzielen konnte – und das ohne die Schaltung von Ads. Und wenn Sie nun denken, dass Video-Marketing eh nichts für Sie ist, dann sollten Sie darüber gut nachdenken. Denn Video-Marketing hat sich in den letzten Jahren als effektives Mittel über verschiedene Branchen hinweg bewährt. Daten verschiedener Studien sprechen ebenfalls klar für diese Methode:

  • 500 Millionen Stunden Video werden bei YouTube geschaut… weltweit… jeden Tag!
  • 55% der Befragten in einer Studie gaben an, dass sie Videos bewusst konsumieren.
  • 43% der Befragten einer Studie würden gerne mehr Video-Content von Marketern sehen.
  • Konsumenten würden lieber ein Video zu einem Produkt sehen, als einen Artikel dazu zu lesen.
  • Unternehmen, die Video-Marketing einsetzten, konnten laut einer Studie auf 27% höhere Click-Through-Rate und 34% höhere Konversionsraten blicken.

Das sind schon einige Zahlen, die zeigen, dass Video-Marketing einen echten Impact auf Ihr Geschäft haben kann. Wichtig ist aber, dass es auch richtig eingesetzt wird und hier setzen die beiden Referenten an.

Warum nutzt denn niemand Video-Marketing?

Ok, „niemand“ ist vielleicht etwas harsch, aber die Realität sieht so aus, dass viele Unternehmen oft von Video-Marketing aus verschiedenen Gründen absehen.

Diese drei größten Hindernisse sind allerdings nicht unüberwindbar und für die meisten Unternehmen auch zu stemmen. Der erste Punkt benötigt dabei auch definitiv die höchste Aufmerksamkeit. Hier ist es wichtig zu definieren, was die Ziele des Video-Marketings sein sollen. Die wahrscheinlichsten sind dabei die Steigerung des Umsatzes durch mehr Sales und die Stärkung der Markenbekanntheit. Doch hier liegt auch der erste Stolperstein. Denn der Kunde möchte nicht mit Verkaufsvideos eingenommen werden, sondern Inhalte sehen, die nutzerzentriert sind und ihn unterhalten.

Das Ziel muss es also sein, nicht solche Videos zu produzieren,

sondern Videos, die Interaktion fördern und den Kunden mitreißen, wie hier:

Zusätzlich sollte Ihnen bewusst sein, dass es viele Touchpoints für den Kunden gibt und Sie ihn idealerweise an jeder Stelle mit Informationen versorgen können, am besten natürlich in Form eines Videos. Denn der Sales-Funnel ist lang und vor allem auch nicht mit dem Sale vorbei, schließlich möchten Sie einmal gewonnen Kunden auch binden und dafür eignet sich Video ebenfalls sehr gut.

Videos sind nebenbei auch noch ein wichtiger SEO-Faktor, gerade wenn Sie auf YouTube hochgeladen werden. Denn die reichweitenstärkste Videoplattform gehört zu Google und so ergeben sich nette Synergie-Effekte. So ist es seit ein paar Jahren praktisch nur noch möglich mit einem Video in der Universal Search zu ranken, wenn dieses auf YouTube hochgeladen wurde. Und ein Video-Ranking zieht definitiv mehr Aufmerksamkeit auf sich und bietet gerade bei How-To-Suchanfragen eine gute Chance auf eine hohe Click-Through-Rate:

Auch die eigene Webseite kann stark profitieren, wenn die eigenen YouTube-Videos eingebettet werden. Hier ist gut zu sehen, wie die Sichtbarkeit nach der Einbettung kontinuierlich gestiegen ist:

Bevor es zum praktischen Teil mit Olivers Erfahrungen übergeht, habe ich noch einen letzten Rat seitens Christian für Sie: Bei einem hohen Informationsbedürfnis ist es nicht ganz so wichtig, wie gut die technische Umsetzung ist, solange ich vernünftig abgeholt werde. Bei unspezifischen Videos hingegen muss ich etwas wirklich Großartiges bieten, damit die Leute auf mich aufmerksam werden und das Video auch annehmen.

Von der Handycam zum Filmstudio

Oliver hat schon Mitte der 1990er Jahre seinen Autoradio-Shop gegründet, damals noch klassisch in einem Ladenlokal. Seit 2002 ist er aber zusätzlich auch im Web unterwegs und verkauft seine Produkte nicht nur lokal. Video-Marketing hat er 2010 für sich entdeckt. Nach dem Motto „Better Done Than Perfect!“ drehte Oliver sein erstes Video einfach mit der Handycam, um das neue Format für sich zu testen.

Begeistert verzeichnete er direkt Erfolge und blieb – was beim Video Marketing wichtig ist – am Ball. Es gab keine Produktionspausen, sondern es folgte Video auf Video. Vor allem sind seine Videos keine Verkaufsveranstaltungen, sondern beantworten Fragen der Kunden und geben konkrete Tipps. Gleichzeitig arbeitete er ab 2011 mit einem Mediengestalter zusammen und investierte in neues Equipment. Über die Jahre wurden Equipment sowie die daraus resultierenden Videos Schritt für Schritt professioneller. Die Zahlen geben Oliver auch definitiv recht:

 

Inzwischen muss er sich da auch nicht vor großen Produktionen verstecken. Oder haben Sie Ihr eigenes Filmstudio sowie einen Mediengestalter-Meister? 😉

Heute hat der ARS24-Kanal über 31.000 Abonnenten, ist ein wichtiger Baustein im Marketing und sorgt dafür, dass die Telefone des Sales-Teams nicht stillstehen.

Exkurs: Video-Marketing per Ads ist Entwicklungsmarkt in Deutschland

Laut Christian und vor allem einiger Statistiken gibt es ein hohes Potenzial für Video-Marketing per Ads in Deutschland, vor allem wenn man sich die Ausgaben im Detail ansieht.

Desktop Display Werbung erhielt mehr als das doppelte an Werbebudget, obwohl Videos eine höhere Aufmerksamkeit seitens Nutzern erhalten, als ein Werbebanner auf der Webseite – welcher durch einen Adblocker vielleicht nicht einmal angezeigt wird. Deshalb fordert Christian geradezu darauf auf, Videos für das eigene Marketing einzusetzen und dies vor allem auch im Ad-Bereich zu tun.

Besuchern der eigenen Webseite können per Retargeting „verfolgt“ werden, sodass beim Besuch von YouTube oder von Seiten im Display-Netzwerk Ihre Anzeige erscheint. Auf diese Weise können Nutzer so lange mit einem Video konfrontiert werden, bis die Konversion erfolgt:

Diese Methode verspricht für Christian einen höheren Erfolg als klassisches Retargeting mit Bannerwerbung. Wichtig ist hierbei, dass wirklich alle Traffic-Quellen darauf abzielen, den Nutzer auf die eigene Webseite zu ziehen, damit er wahlweise direkt konvertiert oder in die Retargeting-Liste aufgenommen wird.

Fazit

Der Artikel zeigt vor allem zwei Sachen: Video-Marketing bietet Ihnen großes Potenzial, um Umsätze zu steigern und sich von der Konkurrenz abzuheben. Auf der anderen Seite erwarten die Zuschauer aber eine gewisse Professionalität der Produktion, die sich allerdings auch mit einem kleinen Budget bewerkstelligen lässt. Und wer am Ende noch etwas Budget übrig hat, sollte sich definitiv mit dem Thema Video Ads genauer beschäftigen.



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