Mobile Content

Mobile Content

In Zeiten der immer weiter steigenden mobilen Nutzung wird es zunehmend wichtig, auch den Inhalt einer Webseite auf dieses Nutzerverhalten anzupassen.  Nicht nur das Display ist kleiner, auch das Lese- und Nutzungsverhalten ist auf mobilen Endgeräten anders.  Zuletzt ist auch der Nutzungskontext oft ein ganz anderer, als am Desktop Rechner.

 

Ein paar Details/Fakten zur mobilen Nutzung

*Bildschirmbreite

Im mobilen Bereich setzt sich die Bildschirmbreite von aktuell 375px (vorher 360px) immer mehr durch. Dadurch ist nicht nur für Bilder der Platz begrenzt, auch der Text muss in diese Größe passen. ( siehe Webtrekk Analyse )

*Landscape Format

Je nach Zielgruppe Ihrer Webseite werden Ihre mobilen Inhalte auch im Breitformat konsumiert (gedrehtes Smartphone). In diesem Format steht dem Content zwar mehr Breite zur Verfügung,  im Gegenzug aber dementsprechend eine geringere Höhe. Um den mobile User vor dem ersten Scrollen mit wichtigen Inhalten zu erreichen, müssen diese passgenau an der geringen Höhe ausgerichtet werden.

*mobiler Traffic übersteigt stationären Traffic

Es gibt verschiedene Quellen, die den Anteil des mobilen Traffics unterschiedlich messen und beurteilen. In einem Punkt stimmen aber alle überein: Mobile wächst stärker als Desktop. Wie zB. Statcounter aufzeigt, scheinen wir in Deutschland allerdings noch nicht ganz so weit zu sein. Dafür haben wir einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Ländern: gut ausgebaute, stationäre Internetverbindungen.

Snackable Content

Kaum jemand in Deutschland hat diesen Begriff mehr geprägt als onpage.org Gründer Marcus Tandler. Der Grundgedanke dahinter ist einfach: „Liefer dem Nutzer kleine, schmackhafte Häppchen“. Alle Maßnahmen wie kurze, knackige Absätze, Listen, Zwischenüberschriften und Grafiken zahlen auf ein Ziel ein: dem Nutzer die Chance zu geben, die Inhalte schnell zu erfassen und sie dabei nach subjektiver Priorität selektieren zu können.

Überschriften kurz und auf den Punkt

Mit weniger Platz muss auch die Überschrift schneller erfasst werden. Bringen Sie es kurz und knackig auf den Punkt. Gestalten Sie mobile Überschriften möglichst so, dass sie in zwei Zeilen im Hochkantformat zu lesen sind.

Kürzere Absätze

Was für die Überschriften gilt, gilt für den Fließtext umso mehr. Die Schriftgröße muss so gewählt werden, dass sie auf jedem Endgerät zu lesen ist (denken Sie auch an serifenlose Schriften und Zeilenhöhen!) und die Absätze angenehm konsumierbar sind. Beschränken Sie sich mobil auf drei bis vier Sätze pro Absatz, die nicht stark verschachtelt sind.

Aufzählungslisten

Auch auf Desktop-Bildschirmen sollten Sie stärker genutzt werden; auf Smartphones sind sie nahezu unerlässlich: Aufzählungslisten.  Ein Ansatz, wie ihn Karl Kratz vorgestellt hat, ist es zum Beispiel, die Inhalte für den jeweiligen Kontext anzupassen. Wir betrachten dazu vereinfacht die Variante Desktop-Bildschirm vs. Smartphone-Display:

Desktop:

  • Emotionen: Lange Überschriften transportieren Gefühle und Fakten
    Überschriften helfen dem Nutzer, die Struktur einer Webseite besser zu verstehen und abzuschätzen, ob der folgende Absatz für ihn relevant ist. Nutzen Sie in Überschriften klare Fakten, die Sie emotional aufladen, um den Nutzer zu motivieren, diesen Bereich zu konsumieren.
  • Fett macht wichtig: Heben Sie wichtige Aussagen optisch fett hervor
    Das menschliche Auge funktioniert in diesem Bereich sehr einfach. Sobald etwas im Text hervorsticht, scheint es wichtig und das Auge konzentriert sich darauf. Daher sollten Sie wichtige Begriffe fett markieren, um den Nutzer gezielt auf diese Inhalte aufmerksam zu machen.

Smartphone:

  • Fakten und Emotionen
  • Wichtiges hervorheben

 

Mit dem Wesentlichen beginnen

Bringen Sie die Kernaussagen direkt zu Beginn Ihres Inhalts. Lange Einführungen werden schnell übersprungen oder führen zum Verlassen der Seite. Mobile Nutzer (vor allem die,  die wirklich mobil sind und nicht mit einem Handy auf dem Sofa surfen) konsumieren Inhalte schnell und erwarten, dass der Content sie darin unterstützt. Erstellen Sie Ihre Inhalte also so, dass sie durch Relevanz Aufmerksamkeit erregen. Überzeugen Sie mit den ersten Sätzen und Sie gewinnen einen interessierten Leser.

Gliederungen/Zwischenüberschriften

Gliedern Sie Ihren Text logisch und optisch. Geben Sie dem Nutzer die Chance, an die relevanten Punkte zu scrollen. Je nach Länge des Inhalts können Sie dazu mit Sprungmarken-Navigationen arbeiten.

Hervorheben von wichtigen Punkten

Wichtige Aussagen und Begriffe heben Sie optisch fett hervor. Solche Merkmale sorgen beim Scannen eines Dokuments dafür, dass das Auge sich kurz darauf konzentrieren kann, um dann zu entscheiden, dort weiterzulesen.

Vermeiden Sie Füll-Inhalte

Gerade für den Desktop-Bildschirm wird Text oft unnötig aufgebläht. Dies geschieht aus den unterschiedlichsten Gründen: weil beispielsweise ein Designer mind. 400 Worte geplant hat oder vielleicht der jemand einmal gelesen hat, dass lange Texte besser ranken.

Jetzt aber wird es spannend: Denn für das Smartphone würden wir Inhalte möglichst kurz und auf den Punkt bringen – sie deutlich reduzieren.

Sie fragen sich: Wenn ich also mindestens zwei Versionen (lang und kurz) einer Seite pflege, welche betrachtet Google dann als wichtig/richtig?

Während wir jetzt noch nicht ganz sicher sein können, ob Google wirklich Mobile und Desktop sauber erkennt und unterschiedlich bewerten kann, ist es aber Googles Bestreben, die mobile Variante als Maßstab zu nehmen. Spätestens auf der SEOKomm 2016 hat John Müller deutlich gemacht, dass mobil nicht auf wichtige Inhalte verzichtet werden sollte. „Wenn etwas mobil nicht angezeigt wird, dann kann es doch auch nicht für Desktop wirklich relevant sein, oder?

Nicht überladen!

Auch wenn Grafiken, Bilder oder etwa Diagramme wichtig sind, um die Lesbarkeit einer Seite zu erhöhen, so sollte man damit eine Seite auch nicht überladen. Gerade im echten mobilen Kontext ist die zu übertragende Datenmenge nicht zu vernachlässigen. Sorgen Sie dafür, dass diese Inhalte nur geladen werden, wenn sie auch wirklich angezeigt werden und der Inhalt auch funktioniert, wenn die Grafik nicht geladen werden kann.

Content für den genauen Nutzerkontext liefern

Falls es Ihnen möglich ist, den Kontext des Besuchers genauer zu bestimmen (zum Beispiel durch mobile oder ortsbasierte Anzeigen oder Suchbegriffsanalysen), richten Sie den Inhalt genau darauf aus.

Analytics hilft, mobile Nutzer zu verstehen

In Google Analytics finden Sie, wie auch in anderen Webanalyse Tools, Informationen über die Nutzung.  Um Ihre Webseite und Ihre Inhalte passgenau auf die Nutzer und nicht auf irgendwelche Standards auszurichten, sollten Sie wissen, wie die tatsächliche Bildschirmauflösung Ihrer Nutzer ist. Eine tolle Smartphone Ansicht hilft Ihnen nicht, wenn Nutzer Ihre Seite immer auf dem Tablet im Landscape Modus betrachten.

Googles AMP?

Google forciert aktuell die Implementierung von Accelerated Mobile Pages (AMP), um das mobile Internet noch schneller zu machen. Für dieses Thema alleine kann man ganze Tagesworkshops füllen. Wichtig ist, dass man sich mit dem Für und Wider beschäftigt und dann für sich entscheidet, ob diese Technik für den eigenen UseCase relevant ist, oder eben nicht. Kurz zusammengefasst: Google bietet eine deutlich abgespeckte HTML-Variante, die kaum Erweiterungen ermöglicht. Dafür sind AMP extrem auf Geschwindigkeit ausgelegt und die Inhalte werden auf Googles Servern zwischengespeichert. Dadurch verliert man etwas Kontrolle und vor allem Möglichkeiten der Interaktion mit dem Nutzer. Google unterstützt AMP-Seiten in den Suchergebnissen durch entsprechende Hervorhebungen.

Facebooks Instant Articles?

Facebooks Variante der abgespeckten Seiten sind die sogenannten Instant Articles. Hier liefert man Facebook für jede relevante URL eine eigenständige, stark reduzierte Seite, die dann von Facebook an mobile Nutzer ausgespielt wird. Dadurch hat der Nutzer ein extremes Geschwindigkeitserlebnis – die Inhalte sind quasi ohne Ladezeit zu konsumieren. Auch hier gibt der Betreiber die Hoheit über die Seite an Facebook ab und verzichtet auf viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Anderes Konversionziel mobil

Je nach Geschäftsmodell ist es möglich, dass sich das Konversionziel Ihrer Seite ändert. Wenn die Konversion auf einem mobilen Gerät eher unwahrscheinlich ist (lange Umfragen, kompliziertere Buchungen etc.), kann es sinnvoll sein, das Ziel der Seite anzupassen. Sie können zum Beispiel den Nutzer an die Seite zu binden (Registrierungen), relevante Links per Mail zuschicken oder ihn veranlassen, eine App herunterzuladen. Je nach Konversionsziel muss natürlich auch Ihr Inhalt ausgerichtet werden.

Fazit

Der mobile Siegeszug ist nicht mehr aufzuhalten. Einige Branchen haben noch etwas mehr Zeit, als andere, will man aber vorne mitspielen, muss man sich dem mobilen Nutzer stellen. Neben den technischen Implikationen ist auch der Inhalt nicht zu vernachlässigen. Sowohl Darstellung, Umfang als auch Ausrichtung muss für Mobile neu gedacht werden. Betrachten Sie Ihre aktuellen Inhalte, analysieren Sie das Verhalten Ihrer mobilen Nutzer mit Hilfe von Analytics und passen Sie Ihre Content Strategie für ihre mobilen Nutzer an. Wir helfen Ihnen gerne bei diesem Prozess. Sprechen Sie uns einfach an.

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