Qualitätssicherung in Content-Projekten: Die 3 goldenen Regeln

Qualitätssicherung in Content-Projekten: Die 3 goldenen Regeln

Die erfolgreiche Qualitätssicherung in einem Content-Projekt beginnt nicht erst dann, wenn die Inhalte bereits vorliegen. Sie beginnt schon viel früher. Wir zeigen Ihnen, welche Maßnahmen die Qualität in Content-Projekten gewährleisten und geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie selbst die Content-Qualität sicherstellen können.

Dimensionen der Qualität

Die Qualität von Content hat verschiedene Dimensionen. So kann ein Text beispielsweise frei von Rechtschreibfehlern sein und in der „Dimension Orthografie“ die Bestnote erhalten. In der „Dimension Stil“ entspricht er aber nicht den Tonalitäts-Vorgaben und erfüllt somit dieses Qualitätskriterium nicht.
Dies sei an dieser Stelle kurz erwähnt, da die verschiedenen Parameter, die es einzuhalten gilt, im Rahmen der QS teilweise unterschiedliche Maßnahmen erfordern und an verschiedenen Zeitpunkten im Projektverlauf zu überprüfen sind.

Dimensionen von Qualität sind im Kontext von Content-Projekten z. B.:

  • Korrekte Umsetzung von Orthografie, Interpunktion & Grammatik
  • Einhalten der Vorgaben für die jeweilige Textart
  • Inhaltliche Richtigkeit
  • Einhalten der vorgegebenen Struktur, Längen etc.
  • Schreiben gemäß des gewünschten Stils
  • Korrekte Umsetzung der Vorgaben bezüglich SEO

1. Gut gebrieft ist halb gewonnen

Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus. Das gilt auch für die Qualität von Content. Wenn die Texte erst einmal vorliegen und nicht den Erwartungen entsprechen, ist es häufig schon zu spät und es sind umfassende, zeitintensive Korrekturen notwendig. Eine sorgfältige Auseinandersetzung mit den Kundenwünschen, Wordingvorgaben etc. im Vorfeld macht deshalb absolut Sinn. Ideal geeignet, um diese und viele weitere Projektanforderungen festzuhalten und mit verschiedenen Personen zu teilen ist das Briefing – unabhängig davon, wie viele Autoren, Lektoren, Projektmanager, Kundenansprechpartner etc. in das Projekt involviert sind.

 

Unverzichtbare Basics für das Briefing sind:

  • Zielsetzung/Zielgruppe
  • Textart
  • Formales
  • Projektspezifische Stilvorgaben
  • Inhaltsvorgaben
  • Keywords/Optimierung
  • Textstruktur/Längen
  • Beispieltext(e)

 

Diese Punkte lassen sich je nach Komplexität des Projektes ergänzen. Zudem besteht die Möglichkeit, ein separates Lektoren-Briefing zu erstellen, das z. B. eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten enthält, die der Lektor neben Orthografie, Interpunktion, Grammatik etc. abhaken muss.

Das Briefing-Dokument sollte vom Kunden abgenommen werden und dient als verbindliche Grundlage für die Content-Erstellung. Bei nachträglich kommunizierten Anforderungen/Wünschen oder nach Kunden-Feedback sollte das Briefing aktualisiert und erneut allen Projektbeteiligten zur Verfügung gestellt werden. Dasselbe gilt, wenn in der Produktion immer wieder dieselben Fehler und Rückfragen auftauchen. Hier lohnt ein kritischer Blick in das Dokument und ggf. eine Briefinganpassung.

Hinsichtlich der Dimensionen von Qualität unterstützt das Briefing vor allem in diesen Punkten:

  • Einheitlichkeit (vor allem, wenn mehrere Redakteure beteiligt sind)
  • Wording-Vorgaben/Stil-Vorgaben
  • CI-Vorgaben
  • Struktur
  • SEO
  • Etc.

„Handwerklichen“ Qualitätsmängeln wie z. B. Rechtschreib- und Grammatikfehlern kann durch ein Briefing und im Vorfeld nicht vorgebeugt werden.

Briefings sind vor allem im Kontext der Texterstellung relevant. Aber auch für Bildrecherchen, Fotoshootings, Infografiken, Videos u.a. ist es sinnvoll, Wünsche, Vorgaben und Erwartungshaltungen in einem Briefing zu kommunizieren.

Allein mit dem Erstellen eines solchen Dokuments ist es jedoch noch nicht getan. Erfahrungsgemäß bedarf es zu Projektstart häufig einer ersten oder auch zusätzlichen zweiten Feedbackrunde. Zu diesem Zweck ist es ratsam, dass jeder Redakteur, der potenziell für das Projekt infrage kommt, erste Textproben auf Basis des Briefings erstellt. Sollten die ersten Texte nicht auf Anhieb alle Kriterien erfüllen, kann frühzeitiges und intensives Feedback helfen. Hier stellt sich dann auch schnell heraus, welche Redakteure für das Projekt geeignet sind und wer vielleicht eher in einem anderen Projekt seine Stärken ausspielen kann.

2. Der Weg ist das Ziel

Das Feedback zu Beginn der Content-Erstellung allein reicht jedoch nicht aus. Es ist durchaus möglich, dass sich während des Projektes Fehler oder Ungenauigkeiten einschleichen, die vorab nicht gebrieft wurden oder ggf. auch von den Lektoren nicht erkannt werden. Deshalb ist es ratsam, sich selbst kontinuierlich einen Überblick über die Textqualität zu verschaffen. Stichproben können hier schon gute Hinweise auf das Qualitätsniveau liefern.

Wenn Sie in engem Austausch mit den Lektoren stehen, können auch diese – vor allem bei großvolumigen Projekten – auf Qualitätsmängel aufmerksam machen und Ihnen in regelmäßigen Abständen ein Update geben.

 

Stellen Sie fest, dass die Texte bzw. die Redakteure nicht die Anforderungen erfüllen, geht es noch einmal in den Feedbackprozess. Je nach Anzahl der Projektbeteiligten, Komplexität der Texte und Umfang des Projektes bieten sich verschiedene Formate und Methoden an:

Feedbackprozess: Stufe 1

Bei wenigen und eher generellen Fehlern, Briefingverstößen etc. kann es genügen, dem Redakteur eine kurze Info dazu zukommen zu lassen. Dies kann per E-Mail geschehen (dann ist es auch schriftlich festgehalten). Ein kurzes Telefongespräch ist in vielen Fällen aber durchaus ebenfalls sinnvoll.

Feedbackprozess: Stufe 2

Bei stilistischen Änderungswünschen und/oder vielen nicht erfüllten Qualitätskriterien z. B. erweist es sich immer wieder als zielführend, direkt am Text Feedback zu geben. Dieses Feedback sollte so konkret wie möglich und vor allem begründet sein. Formulierungen wie „klingt komisch“ helfen meist nicht weiter. Beachten Sie bei Ihrem Feedback: Text ist immer subjektiv. Nicht jedes Wort sollte hinterfragt und diskutiert werden. Idealerweise gehen Redakteur und Feedbackgeber die Anmerkungen gemeinsam – z. B. am Telefon – durch.

Feedbackprozess: Stufe 3

Vor allem dann, wenn viele Personen involviert sind und es sich bei den „Übeltätern“ nicht um Einzelfälle handelt, bietet es sich an, das Feedback direkt in großer Runde zu besprechen – natürlich ohne dabei einzelne Personen an den Qualitäts-Pranger zu stellen. Verteilen sich die Redakteure und Lektoren auf verschiedene Städte oder Länder oder ist es aus anderen Gründen organisatorisch schwierig, alle an einen Tisch zu bekommen, hilft die moderne Technik: Bei vielen (z. T. auch kostenlosen) Anbietern wie z. B. edudip haben Sie die Möglichkeit, ein Webinar durchzuführen. Hier stehen unterschiedliche Features und Kommunikationswege zur Verfügung. So gibt es häufig eine Chat-Funktion, falls der Austausch untereinander gewünscht ist. Sie können Ihren Bildschirm teilen und eine Präsentation oder Textbeispiele zeigen und mit einer einzigen Session viele Leute erreichen. Bei einigen Anbietern gibt es zudem die Möglichkeit, das Webinar aufzuzeichnen.

6 Augen sehen mehr als 2

Liegen die (ersten) Inhalte seitens des Redakteurs vor, geht es an die „eigentliche“ Qualitätssicherung. Die folgenden Methoden der QS sollen vor allem sicherstellen, dass der Text frei von Fehlern ist – seien es Rechtschreib-, Grammatik- oder Zeichensetzungsfehler. Damit kommen jetzt auch diese Dimensionen von Qualität mit ins Spiel, die erst am Ende der Textproduktion relevant werden.

Dazu kommen die Punkte, die durch eine gute Vorbereitung im Idealfall nur noch geprüft werden müssen. Wenn das Briefing gut war und es einen regelmäßigen Feedbackprozess gab, sollte sich die Arbeit hier in Grenzen halten:

  • Überprüfen der Briefing-Vorgaben (inkl. Tonalität/Stil, CI, Struktur, SEO etc.)
  • Überprüfen des Inhalts

Kommen wir nun zu den Methoden und Standards:

Lektorat

Die klassische QS-Instanz in Sachen Text ist der Lektor. Seine Aufgabe ist es, den Text so zu bearbeiten, dass er allen Anforderungen entspricht und fehlerfrei ist. Je nach Rollenverteilung im Projekt ist es seine Aufgabe,

  1. alle Fehler zu verbessern und den Text selbst „anzufassen“ oder
  2. „den Text mit Feedback an den Redakteur zur Überarbeitung zurückzugeben.

Für den ersten Fall ist es wichtig – vor allem, wenn die Texterstellung noch in vollem Gange ist – die Änderungen für den Autor transparent zu machen, um die Fehlerquellen zu minimieren und so auszuschließen, dass sich die Fehler durch die gesamte Texterstellung ziehen. Bei kleineren, kosmetischen Anpassungen hat er damit die Möglichkeit, sich zu verbessern.

Co-Lektorat

Je nach Komplexität des Projektes, der Briefingvorgaben oder des Fachthemas kann es sinnvoll sein, eine weitere Lektoratsinstanz in den Prozess einzubinden. Eine mögliche Aufteilung wäre z. B., dass sich ein Lektor um das Stillektorat kümmert und die Formalitäten checkt, während der andere Lektor das fachliche und inhaltliche Lektorat übernimmt.

Duden-Endkontrolle

Der letzte Schritt, bevor ein Text online geht, sollte immer eine Endkontrolle mit dem Duden sein. Von der standardmäßig in Word integrierten Rechtschreibprüfung ist eher abzuraten. Doch auch der Duden sollte mit gesundem Menschenverstand genutzt werden. Dieser finale Check kann die letzten kleinen Fehler ausbügeln.

Die Kette aus Autor, Lektor und Endkontrolle – das 6-Augen-Prinzip – ist für den Erfolg eines Textprojektes ausschlaggebend und sollte immer Standard sein. Es ist nicht ratsam, ohne Lektor zu arbeiten, da kein Redakteur und kein Text der Welt perfekt ist. Das Prinzip lässt sich durch die Co-Lektorats-Instanz zum 8-Augen-Prinzip erweitern. Doch hier ist Schluss, denn es gilt: „Zu viele Lektoren verderben den Text“.

Plagiats-Check

Plagiate sind offline wie online kein Kavaliersdelikt. Online kommt aber neben der Urheberrechtsverletzung des Originals noch der Google-Suchalgorithmus hinzu, der den kopierten Text abstraft. Duplicate Content muss aber nicht zwangsweise bedeuten, dass abgeschrieben wurde. Es kann auch sein, dass identische Inhalte unter mehreren URLs veröffentlicht wurden. Das spielt für die Suchmaschine und ihre Bewertung des Textes aber keine Rolle, solange die Inhalte für Google entsprechend gekennzeichnet werden.

Zur Qualitätssicherung in Content-Projekten gehört es auch, zu prüfen, ob die Texte Duplicate Content enthalten. Da das bei der Fülle an Inhalten im Netz für einen Menschen fast unmöglich ist, hilft hier ein Softwaretool. Bei Anbietern wie Copyscape haben Sie die Möglichkeit, Ihre oder fremde Texte auf Plagiate zu untersuchen.

 

Fazit

Festhalten lässt sich also: Qualitätssicherung in Content-Projekten ist mehr als „nur“ das Lektorat. Schon bevor die ersten Texte geschrieben werden, beginnt die Qualitätssicherung z. B. mit der Erstellung des Briefings. Und auch das regelmäßige Feedback ist entscheidend für den Erfolg eines Textprojektes. Doch es ist durchaus sinnvoll, diese Zeit zu investieren, damit der Content am Ende ins Schwarze trifft. Denn auch hier gilt: Gutes braucht seine Zeit.



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