Das 1×1 der Facebook Ads

Das 1×1 der Facebook Ads

Sie sind neu in der Welt des Social Media Marketings und möchten sich einen schnellen Überblick zum Thema Facebook Ads verschaffen? Dann sind Sie hier richtig: Anzeigenarten, Targeting und Ad-Erstellung sind die Themen in diesem kurzen Guide. Themen wie Budget, Laufzeit, Placement o. ä. werden demnächst in einem separaten Artikel besprochen. ;)

Drawn smartphone with symbols

Warum sollte ich Facebook Ads schalten?

Leider heißt es für die meisten Unternehmen und Marken auf Facebook nicht „Warum sollte ich Facebook Ads schalten?“, sondern eher: „Warum muss ich Facebook Ads schalten?“. Die Antwort findet sich in einer Aussage von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg:

„As we roll this out, you’ll see less public content like posts from businesses, brands, and media. And the public content you see more will be held to the same standard – it should encourage meaningful interactions between people.“

Es gibt zwei Wege, um diese Herausforderung zu meistern:

  1. Die Nutzer dazu animieren, die Page im Stream zu abonnieren, um die neuesten Mitteilungen zu erhalten
  2. Facebook Ads einsetzen und zwar: Mit klarem Targeting um auch die passenden Nutzer zu erreichen und Interaktionen zu generieren – aber dazu später mehr!

Welche Anzeigenmöglichkeiten bietet mir Facebook?

In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen zum einen die Marketingziele vor, von denen Sie eines zu Beginn Ihrer Kampagne auswählen sowie die verschiedenen Anzeigenarten, die sich Ihnen bieten.

Marketingziele

Facebook macht es Ihnen leicht, das passende Marketingziel zu wählen – schließlich bekommen Sie direkt elf Ideen angeboten, die in drei Kategorien aufgeteilt sind.

Bekanntheit

  • Markenbekanntheit: Dieses Ziel bietet sich an, wenn das Kundenbewusstsein (Awareness) für Ihre Brand, ein Produkt o. ä. erhöhen möchten. Anzeigen sollen sich an Nutzer richten, die sehr wahrscheinlich Interesse zeigen dürften.
  • Reichweite: Im Gegensatz zur Markenbekanntheit wird hier die Anzeige möglichst breit gestreut. Sie bietet sich also eher für Unternehmen an, die eine breite Zielgruppe haben.

Erwägung

  • Traffic: Dies dürfte mit eines der am meisten genutzten Marketingziele sein. Mittels der Anzeigen lässt sich Traffic entweder auf Facebook-Posts, aber auch auf externe Webseiten lenken.
  • Interaktionen: Hierbei wird die Anzeige Nutzern ausgespielt, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie mit dieser interagieren.
  • App-Installationen: Hier ist der Name Programm: Der Nutzer soll dazu animiert werden, Ihre App zu installieren.
  • Videoaufrufe: Auch hier nichts Überraschendes, die Anzeige soll Ihnen zu mehr Aufrufen Ihres Videos verhelfen.
  • Leadgenerierung: Diese Option ist sehr interessant, denn es lassen sich individuelle Lead-Formulare erstellen. Der Clou – je nachdem, ob der Nutzer seine Daten bei Facebook eingegeben hat, werden diese bei der Abfrage schon im Formular eingetragen. Zudem ist eine Vorqualifikation der Leads durch Fragen möglich.
  • Nachrichten: Soll Nutzer dazu animieren, mehr Nachrichten im Messenger zu schicken, wenn dieser zum Marketing genutzt wird.

Conversion

  • Conversions: Die Nutzer sollen aus Facebook auf Ihre Webseite, Ihren Shop o. ä. geleitet und dort zu einer Aktion (Conversion) animiert werden.
  • Katalogverkäufe: Falls Sie bei Facebook in einem Katalog Produkte hinterlegt haben, können Sie diese mittels des Marketingziels direkt verkaufen.
  • Besuche im Geschäft: Diese Option ist vor allem im Bereich der Gastronomie oder auch im Dienstleistungssektor interessant.

Wie sich die Marketingziele zumindest in den USA verteilen, zeigt dieser Ausschnitt einer Infografik sehr deutlich:

Facebook Marketingziele
Quelle: https://www.invespcro.com/blog/facebook-advertising-statistics/

Anzeigenarten

Wie Ihnen vermutlich selber schon im Feed aufgefallen ist, gibt es unterschiedliche Anzeigenformate, die wahlweise wie reguläre Postings aussehen oder aber ein ausgefeiltes Multimediaerlebnis bieten. Wir stellen Ihnen in diesem Abschnitt die Facebook Anzeigenarten vor.

Bild

Die wohl mit am häufigsten eingesetzte Anzeige: Bild, kurzes Posting, evtl. noch ein Link inkl. Call-to-Action-Button und fertig ist die Anzeige.

Video AdVideo

Wenn ein Bild mehr als 1.000 Worte sagt, wie sieht es dann mit 25 pro Sekunde aus? Auch Videos lassen sich als Anzeige einsetzen und wie Bildpostings mit Links versehen.

Video AdWer kein echtes Bewegtbild vorliegen hat, kann übrigens auch aus mehreren Fotos eine Slideshow erstellen.

Carousel

Die sogenannten Carousel Ads bieten die Möglichkeit bis zu 10 Bilder oder Videos als eine Anzeige einzustellen. Mit dieser Anzeigenart ist es möglich, durch die Bildreihenfolge interessante kleine Geschichten zu erzählen.

Carousel AdsDas Format bietet sich auch für Retargeting durch Online-Shops an, wobei dieses Thema ein ganzes Kapitel für sich füllt. Wer schon einmal Retargeting-Werbung von Shops wie eBay, Otto oder Amazon erhalten hat, wird wissen, dass da teilweise einiges im Argen liegt. Oft erhält man ein Produkt angezeigt, welches man sich zuvor angeschaut hat – plus eine Kombination aus Produkten, die thematisch nicht im Geringsten zusammenpassen.

Sammlung

Dieses Format bietet sich vor allem für Online-Shops an. Denn in einer Sammlung können nach einem „Deckblatt“ – bestehend aus Video oder Bild – mehrere Produkte angeteasert und zum Kauf bereitgestellt werden. Die Anzeigenart eignet sich vor allem für die Nutzung auf mobilen Endgeräten, da die Nutzer hier besonders stark interagieren.

Collection AdMehr Infos zu den Vorzügen des Formats finden Sie in diesem Artikel.

Canvas

Dieses Anzeigenformat wird eigentlich nicht mehr einzeln von Facebook beworben, sondern als Bestandteil bzw. technisches Gerüst einer Sammlung beschrieben. Eine Canvas Ad öffnet sich ebenfalls nach dem Klick auf das „Deckblatt“. Anschließend bietet sich dann die Möglichkeit, dem Nutzer mit interaktiven Elementen ein besonderes Erlebnis zu bieten. Über die Sammlung soll dies zur Conversion führen. Man kann aber natürlich generell Informationen zu den eigenen Produkten und Dienstleistungen besser vorstellen.

Wie finde ich die passende Zielgruppe?

Der große Vorteil bei Facebook Ads liegt in der Form des Targetings: Im Gegensatz zu bspw. Search Engine Ads wird das Targeting nicht auf ein Keyword, sondern auf die Interessen des Nutzers ausgerichtet. Dadurch lassen sich theoretisch sehr zielgenau Anzeigen ausspielen, sofern Sie die größte Gefahr vermeiden: Zu sagen, dass JEDER Ihre Zielgruppe ist. Denn dies wird nie der Fall sein und führt nur dazu, dass Sie Ihr Werbebudget zum Fenster rausschmeißen.

Machen Sie sich im Vorfeld also einige Gedanken zum Targeting und nutzen Sie alle Quellen, die Ihnen zur Verfügung stehen. Umfragen, Marktforschung, Feedback von Außendienstmitarbeitern, Kundenstamm etc. lassen sich sehr gut dafür nutzen, um relevante Targetingoptionen auszuwählen.

Targetingoptionen

Zum Start kommen klassische demografische Angaben wie Alter, Geschlecht, Wohnort etc. zum Einsatz. Hier lauert allerdings auch schon die erste Gefahr. Denn wer bspw. als Standort „Deutschland“ auswählt, aber die Option „Jeder an diesem Ort“ eingestellt lässt, erhält ein sehr unsauberes Targeting. Stattdessen wäre in diesem Fall die richtige Option „Personen, die an diesem Ort leben“.

Demografische AngabenInteressant sind die anderen beiden Optionen für das Retargeting von bspw. Restaurants, Offline-Läden oder Veranstaltungshallen.

Zusätzlich sollten Sie darauf achten, das Feld „Sprachen“ nicht leer zu lassen. Andernfalls könnten in das Targeting bspw. Austauschstudenten o. ä. aufgenommen werden, die Sie aber vielleicht nicht ins Targeting aufnehmen wollten.

Der wichtigste Punkt ist aber das „Detaillierte Targeting“. Hier können Interessen, Berufe, Beziehungsstatus uvm. ausgewählt werden. Dazu müssen Sie lediglich den Begriff eingeben und erhalten dann die passenden Targetingoptionen. Sobald Sie eine davon ausgewählt haben, können Sie sich über „Vorschläge“ dazu passende Optionen anzeigen lassen.

Detailliertes TargetingAbschließend können Sie noch einstellen, welche Verbindungen die Nutzer zu Ihrer Fanpage, Ihrer App oder Ihren Veranstaltungen haben soll. So können Sie gezielt eine kleine Zahl Nutzer ansprechen oder Nutzer ausschließen, die sich schon für eine Veranstaltung angemeldet haben.

Verbindungen

Custom Audiences

Diesen Bereich sowie die Lookalike Audiences möchten wir aus zwei Gründen nur kurz ansprechen: Dieser Abschnitt wird in Zukunft noch einmal als eigener Artikel umgesetzt und zum anderen sind hier noch mehr Informationen bzgl. der  Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) notwendig. Denn eine Custom Audience wird aufgebaut, indem Sie Nutzerdaten einsetzen. Das kann der auf Ihrer Webseite eingebundene Facebook-Pixel sein, aber auch eine Kundenliste aus Ihrem CRM. Der Vorteil liegt natürlich klar auf der Hand: Sie können sehr gezielt eine sehr spitze Zielgruppe ansprechen, die sehr konversionswillig ist.

Lookalike Audiences

Eine Lookalike Audience baut auf einer Custom Audience auf. Diese wird als Grundlage gewählt und Facebook erstellt anhand der Daten der Custom Audience eine Liste von Facebook Nutzern, die sehr wahrscheinlich an Ihren Produkten interessiert sind – weil Sie der Custom Audience ähnelt.

Worauf sollte ich bei meiner Ad achten?

Abschließend möchten wir Ihnen noch ein paar kurze Tipps mit auf den Weg geben, was Sie initial bei der Erstellung Ihrer Ads beachten sollten.

Thumbstopper

Facebook wird mehrheitlich mobil genutzt, wie eine weltweite Datenerhebung von „We Are Social“ belegt:

Statista Facebook DevicesIhre Ad muss daher als Thumbstopper agieren. Der Nutzer wischt mit seinem Daumen durch den Feed und wird bei der Ad nur stoppen, wenn diese in im Bruchteil einer Sekunde anspricht. Und in den wenigsten Fällen wird es die Anzeigen-Copy sein, die den Ausschlag gibt, sondern der visuelle Anreiz.

Bildsprache

Das Bild der Ad wird als erstes wahrgenommen, wenn der Nutzer durch den Feed scrollt. Auffallen ist hier die Devise, deswegen sollte es sich idealerweise von den anderen Bildern im Feed abheben. Das kann durch Reduktion geschehen (bspw. ein schwarz-weißes Bild) oder durch Verstärkung (hoher Kontrast und knallige Farben). Die Möglichkeiten sind hier vielfältig, empfehlenswert sind im Idealfall eigene Bilder. Dies hat den Vorteil, dass Sie nicht mit dem gleichen Stockbild, wie die Konkurrenz werben und zudem glaubwürdiger wirken.

Lesetipp: 6 Facebook Ad Image Best Practices

Bewegtbildcontent

Wie eingangs bei den Anzeigenformaten schon erwähnt, ist Bewegtbildcontent sehr gut dazu geeignet, Aufmerksamkeit seitens der Nutzer zu erregen. Dabei sind vor allem zwei Punkte zu beachten:

  1. Autoplay ist nicht bei jedem Nutzer an, daher sollte Ihr Videotitelbild zum Starten des Videos animieren.
  2. Videos werden auf dem Smartphone evtl. ohne Ton angesehen; Untertitel sind daher ein Muss.

Interaktion als Ziel

Generell sollte eines der Ziele Ihrer Werbeanzeigen sein, dass die Nutzer mit Ihrer Ad interagieren. Eine Anzeige ohne Likes, Shares oder Kommentare wird nur so weit kommen, wie das Ad Budget es zulässt. Erst echte Interaktion der Nutzer wird dazu führen, dass sich eine Anzeige auch organisch verbreiten kann und somit eine höhere Reichweite erlangt. Überlegen Sie daher, wie Sie Nutzer zur Interaktion animieren können. Das geht natürlich leichter mit einer neuen Eissorte, als mit der neuen Steuersoftware, aber es geht trotzdem immer.

Verknüpfung zur Webseite

Achten Sie bei Ads, die zur eigenen Webseite gehen, unbedingt auf das Linkziel. Über Wochen lief zum Beispiel eine Kampagne einer bekannten Uhrenmarke, die zum Sale der Seite leiten sollte. Nach einem Klick auf die Anzeige wurde allerdings eine 404-Fehlerseite ausgespielt. Konversionshemmender geht es nicht mehr!

Und ganz zum Schluss noch ein Tool von Facebook für Sie, mit dem Sie die eigenen Anzeigen im Vorfeld designen und testen können: Der Creative Hub.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Erstellung und dem Ausspielen Ihrer Ads!

Titelbild: istockphotos / mustafahacalaki



Schreibe einen Kommentar

Cookie Preference

Bitte wählen Sie Ihre Cookie Option. Mehr Informationen finden Sie hier.

Option auswählen um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert

Infos

Infos

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Aktuell verwenden wir Google Analytics, Facebook Pixel und AdWords Remarketing. Ein Opt-Out ist in unserer Datenschutzerklärung möglich.

  • Alle Cookies akzeptieren:
    Alle Cookies, u. a. Tracking und Analytics Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies akzeptieren:
    Nur Cookies von dieser Webseite.

Einstellungen anpassen: Datenschutzerklärung Impressum

Zurück