Bilder sagen mehr als tausend Worte

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Das Auge ist das dominanteste aller Sinnesorgane. Nicht verwunderlich also, dass 83 % aller Informationen visuell wahrgenommen werden. Bei Bildern ergibt sich die Bedeutung innerhalb weniger Nanosekunden. Stellt man sich Buchstaben als eine Art von Bild vor, müssen diese erst zu Sätzen zusammengefügt werden, bevor sich die Bedeutung ergibt.

Mal eben schnell ein Bild suchen…

Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten jemandem erklären wie eine Infrarotheizung aussieht. Dass Sie von einem normalen Wandbild kaum zu unterscheiden ist und sogar mit den verschiedensten Motiven bedruckbar ist, lässt sich nur schwer vorstellen.

Bilder helfen der Vorstellungskraft auf die Sprünge und werten zudem den Text optisch auf. Idealerweise greifen Sie dabei auf eigene Fotos zurück. So stellen Sie sicher, dass die Bilder optimal auf das Thema zugeschnitten sind. Ist man allerdings auf die Verwendung von Bilddatenbanken angewiesen, kann das Thema schnell sehr komplex werden.

 

„Ach ja, Bilder zum Text brauchen wir auch noch. Schnell welche raussuchen!“ – das ist oft leichter gesagt als getan. Denn im Netz gibt es eine fast unüberschaubare Auswahl an Möglichkeiten. Neben den kostenpflichtigen Datenbanken bieten mittlerweile freie Fotographen ihre Bilder lizenzfrei an. Die Nutzungsrechte unterscheiden sich dabei meist von Portal zu Portal.

Um nicht im großen Bilder-Dschungel verloren zu gehen, lohnt es sich, vor Projekt-Start ein ausführliches Briefing zu erstellen.

 

Bilder-Briefing

Das Projekt/ Zielsetzung

Wofür werden die Bilder benötigt? (Blog, Schritt für Schritt-Anleitung, Social Media)
Was ist das Ziel des Contents? (Conversion, Traffic, Likes…)
Was ist die Zielgruppe?
Werden die Bilder Online oder Offline benutzt?
Werden die Bilder zu einem kommerziellen oder redaktionellen Zweck benutzt?

Bild Art

Fotografie Illustration
Vektorfotographie Freisteller

Formales

In welcher Größe werden die Bilder benötigt?
Welche Auflösung sollen die Bilder haben?
Wird das Bild noch zugeschnitten?

Die Zeit, die Sie sich nehmen, um die aufgeführten Fragen zu beantworten, ist gut investiert ­­– denn die Recherche läuft schnell aus dem Ruder bei der Suche nach dem perfekten Bild.

Ebenso sollten Sie sich vorab gründlich mit den rechtlichen Bedingungen auseinandersetzen, denn…

…jedes Bild hat einen Urheber!

Seine Rechte sind im Kunsturheberrechtsgesetz (KunstUrhG) geregelt und besagen, dass für die Veröffentlichung durch andere eine Einwilligung vorliegen muss – selbst zehn Jahre seinem Tod. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen:

  1. Bilder mit Personen der Zeitgeschichte:
    Da Sie in der ohnehin Öffentlichkeit stehen, ist die Veröffentlichung ohne weitere Einschränkungen erlaubt.
  2. Bilder mit Personen als Beiwerk:
    Ist eine Person zufällig in einem Bild zu sehen, beispielsweise vor einer Sehenswürdigkeit, so ist die Veröffentlichung ebenfalls gestattet.
  3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Veranstaltungen:
    Hier gilt: Solange keine Person auf dem Bild heraussticht, darf es verbreitet werden. Das liegt vor allem daran, dass bei öffentlichen Veranstaltungen eine Urheberrechtsprüfung unmöglich ist.
  4. Bilder, die einem höheren Interesse der Kunst dienen:
    Dabei darf der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund stehen, hier gilt die Einzelfallentscheidung.

Bei allen anderen Bildern sind verschiedene Nutzungsrechte zu beachten:

  1. Zeitlich
    Die Nutzung eines Bildes kann auf einen bestimmten Zeitraum oder ein Ereignis festgelegt werden.
  2. Räumlich
    Möglicherweise sind die Bilder nicht weltweit nutzbar, sondern es besteht eine regionale Eingrenzung, z. B. auf Deutschland oder Europa.
  3. Inhaltlich
    Das Nutzungsrecht wird in diesem Fall für ein oder mehrere Medien festgelegt (z. B. für Print/ Online/ Social Media).
  4. Exklusivität vs. Einfache Nutzungsrechte
    Im Gegensatz zu der exklusiven Nutzung, bei der der Urheber nur eine Lizenz vergeben darf, ist es bei dem einfachen Nutzungsrecht möglich, unzählige Lizenzen zu vergeben. Letzteres ist bei den Bilddatenbanken der Fall.

iStock hat beispielweise folgende Rechte festgelegt:

 „Zeitlich unbeschränkt, d. h., es gibt kein Ablauf- oder Enddatum für Ihre Rechte zur Verwendung der betreffenden Inhalte. Die einzige Ausnahme bei den zeitlich unbeschränkten Rechten besteht für Inhalte, die im Rahmen eines Abonnements heruntergeladen und nicht innerhalb von 30 Tagen nach dem Ablauf des Abonnements verwendet wurden. []

Nicht exklusiv, d. h., Sie haben keine ausschließlichen Rechte zur Verwendung der Inhalte. iStock kann die gleichen Inhalte auch an andere Kunden lizenzieren.

Unbegrenzt, d. h., Sie können die Inhalte in einer unbegrenzten Anzahl von Projekten und in beliebigen Medien verwenden.“

 

Bild ist nicht gleich Bild

Lizenzfrei, kostenfrei, RF, RM – das alles sind Begriffe, die Sie vor der Bildrecherche genauer unter die Lupe nehmen sollten.

RF vs. RM

Royal Free – also lizenzfrei – beschreibt eine Art der Bildlizensierung – in dem Fall, dass der Einbindungszweck beim Kauf keine Rolle spielt. Ebenso wird auf eine zeitliche Nutzungseinschränkung verzichtet und es dürfen Veränderungen am Bild vorgenommen werden. Lizenzfrei heißt in diesem Fall allerdings nicht kostenfrei! – Die Preise richten sich meistens nach der Größe der Bilder.

Rights Managed – bedeutet hingegen lizenzpflichtig und knüpft die Nutzung der Bilder an bestimmte Kriterien wie beispielsweise Verwendungszweck, Erscheinungsland und Auflage. Dafür erhalten Sie das exklusive Nutzungsrecht an dem Bild.

 

Kommerziell vs. Redaktionell

Kommerziell

Hier lautet das entscheidende Stichwort „Werbung“. Für alle Formate, die zu „Verkaufsförderungs-, Advertorial-, Sponsoring-, Werbe- oder Merchandisingzwecken“ erstellt werden, dürfen die Bilder nicht genutzt werden. Hierbei lassen sich allerdings auch Unterschiede auf den verschiedenen Plattformen finden. Das liegt daran, dass die Abgrenzung zwischen redaktioneller und kommerzieller Nutzung teilweise sehr schwammig sein kann. Ein Beispiel dafür wäre der Ratgeberbereich eines Shops. Es ist tatsächlich möglich, die Bilder dort einzubinden, wenn Werbung in Form von Bannern auftaucht. Auch eine Verlinkung zu dem Produkt im Shop ist erlaubt – wichtig ist, dass der Kontext redaktionell ist.

Redaktionell

Was ist also ein redaktioneller Kontext? Wird ein Bild zur visuellen Unterstützung einer Information eingefügt, so gilt dies generell als redaktionell. Typische Beispiele sind:

  • Zeitungen
  • Zeitschriften
  • Schulbücher
  • Sachbücher
  • Blogs
  • Nachrichtensendungen

Und weil wir visuell besser aufnehmen:

Art der Bildlizensierung
RF – Royal Free
  • Dürfen redaktionell, kommerziell und für Social Media genutzt werden
  • Keine zeitliche, räumliche oder inhaltliche Einschränkung
  • Einfaches Nutzungsrecht (Lizenzen nicht begrenzt)
  • Dürfen bearbeitet werden
  • kostenpflichtig
RM – Rights Managed
  • Zeitliche, räumliche und inhaltliche Vorgaben (z.B. Lizenz kann ablaufen, nur redaktionelle Nutzung, extra Lizenz für Social Media notwendig)
  • Exklusives Nutzungsrecht
  • Kostenpflichtig
Art der Verwendung
Kommerziell
  • Content, der den Leser dazu animiert, etwas zu kaufen
  • Artikel, die selbst weiterverkauft werden
Redaktionell
  • Content, der Informationen für den Leser bereitstellt

Generell gilt: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob und wie Sie ein gekauftes Bild einer Datenbank nutzen dürfen, dann greifen Sie zum Hörer. In den meisten Fällen lässt sich die Frage innerhalb weniger Minuten klären und Sie vermeiden das Risiko einer unerlaubten Nutzung.

…die Folgen können schwerwiegend sein!

Aber was passiert, wenn Sie ein Bild tatsächlich auf unerlaubte Weise genutzt haben? Wurde bei der Art der Verwendung, also statt redaktioneller Nutzung eine gewerbliche vorgenommen, dann liegt sowohl ein Lizenzverstoß als auch eine Urheberrechtsverletzung vor.

In dem Fall können der Fotograph sowie die Person auf dem Bild neben einer Abmahnung auch verlangen, dass Sie

  • das entsprechende Bild entfernen und die Nutzung unterlassen
  • eine Unterlassungserklärung abgeben
  • Auskunft über die Art der Nutzung geben
  • Abmahnkosten oder Schadensersatz zahlen

Copyright richtig?

Auch bei einem fehlerhaften oder generell fehlenden Copyright-Vermerk kann es zu rechtlichen Folgen für den Nutzer kommen.

Laut § 13 Satz 1 des Urheberrechtsgesetzes hat:

„Der Urheber [] das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.“

Theoretisch reicht es, den Urheber zu nennen – es ist dennoch besser, bei den Datenbanken nachzuschauen, wie die Quellenangaben gewünscht sind. Teilweise ist es ausreichend, ein Quellenverzeichnis anzulegen. Bei manchen Bildern muss der Name direkt darunter erscheinen und bei manchen Datenbanken ist die Aussage dazu so schwammig, dass Sie mit folgender Angabe

 „© Name des Fotografen oder Name der Agentur, Jahr der Veröffentlichung“

auf nur mal sicher gehen sollten!

Nicht verkaufen, was nicht Ihnen gehört!

Das klingt im ersten Moment selbstverständlich. Aber was ist, wenn Sie die Bilder gar nicht für sich selbst einkaufen, sondern im Auftrag eines Kunden? Generell dürfen die Bilder weiterverarbeitet werden, also beispielsweise für die Gestaltung eines Flyers. Das Bild an sich darf aber nicht in Rechnung gestellt werden. Außerdem müssen zusätzliche Einschränkungen wie eine Druckbegrenzung beachtet werden. Bei istockfotos darf eine Auflage von 500.000 nicht überschritten werden, ansonsten ist eine erweiterte Lizenz fällig.

Ein guter Tipp: Legen Sie für Ihren Kunden ein Konto bei der entsprechenden Datenbank an. So stellen Sie sicher, dass er die Rechnung und damit auch die Nutzungsrechte erhält. Das Recht am Bild bleibt allerdings immer beim Urheber!

Die Schere ansetzen…

…ist manchmal nötig, denn die Bilder sind nicht immer im richtigen Format vorhanden. Bedenken Sie, dass Sie für Social Media beispielsweise eine andere Bildauflösung benötigen als für ein Header-Bild über dem Artikel oder einer Kachel in der Vorschau.

Als Richtlinie für die typischen Social Media-Kanäle können Sie sich an folgender Tabelle orientieren:

Facebook
Header mind. 400 x 150 Pixel
Chronik-Bilder 1.200 x 900 Pixel
Link-Post 1.200 x 628 Pixel
Video-Post 1.200 x 675 Pixel
Pinterest
Board-Cover 600 x 600 Pixel
Pins 735 x 1.102-2.061 Pixel
Instagram
Titelbild 646 x 220 Pixel
Bild in der Timeline 1.080 x 1.080 Pixel 
(max. Auflösung 2.048 x 2.048 Pixel) 
Stories 1.080 x 1.920 Pixel
Twitter
Header 1500 x 500 Pixel
Vorschau für Bild & Link-Posts 440 x 220 Pixel
Thumbnail-Größe für Videos 480 x 360 Pixel

Schwierig aber gratis – CC0-Lizenz!

Hier eine kleine Auswahl an kostenlosen Datenbanken:

Name URL Lizenzpflicht Quellenangabe Suche
StockSnap https://stocksnap.io/ Creative Commons Zero (CC0) license Nicht nötig, aber erwünscht englische Suche
Pexels https://www.pexels.com/ Creative Commons Zero (CC0) license Nicht nötig, aber erwünscht englische & deutsche Suche
Unsplash https://unsplash.com/ Creative Commons Zero (CC0) license Nicht nötig, aber erwünscht englische Suche
Gratisography http://gratisography.com/ Creative Commons Zero (CC0) license keine Angabe englische Suche
Picjumbo https://picjumbo.com/

 

Creative Commons Zero (CC0) license Nicht nötig, aber erwünscht englische Suche
Pixabay https://pixabay.com/ Creative Commons Zero (CC0) license Nicht nötig, aber erwünscht Deutsche & englische Suche
Kaboompics https://kaboompics.com/ Creative Commons Zero (CC0) license Nicht nötig, aber erwünscht englische Suche

Aber was bedeutet eigentlich genau CC0?

 „Creative Commons (CC) ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Lizenzverträge anbietet. Mit der Hilfe dieser Lizenzen können Urheber von Werken (oder von Medien) der Öffentlichkeit (oder einer Person) verschiedene Nutzungsrechte einräumen.“

Bei der CC0-Lizenz lässt sich die Null mit „keine Bedingungen“ übersetzen. Das bedeutet, die Bilder (und auch Videos) dürfen bearbeitet, verbreitet und verändert – allerdings nicht weiterverkauft werden. Das klingt zunächst wie die Lösung aller Bildrecherche-Probleme – in rechtlicher Hinsicht ist es das möglicherweise auch so – jedoch gibt es auch einige Nachteile dieser Lizenzart:

  1. Die Bilder sind eventuell nicht ewig vorhanden – deswegen: falls Ihnen eines gefällt, dann laden Sie es direkt herunter und speichern es.
  2. Jeder darf die Bilder für sämtliche Kanäle verwenden – d.h. es könnte durchaus passieren, dass Sie den Bildern häufiger über den Weg laufen.
  3. Die Suche nach einem bestimmten Motiv gestaltet sich häufig etwas schwierig. Das liegt daran, dass die Bilder einfach von den Fotographen zur Verfügung gestellt werden. Meist handelt es sich also um kreative, emotionale Aufnahmen – ein Bild einer Bohrmaschine wird sich darin kaum finden lassen.

Bilder ohne Ende

Das Thema „Bild“ ist schier endlos – und ohne Ende kompliziert. Doch lohnt es sich, sich einmal damit auseinanderzusetzen. Für die Recherche, den Zuschnitt und die Einpflege können Sie Ihren Content-Dienstleister heranziehen, jedoch empfiehlt es sich, gerade bei den rechtlichen Aspekten, jederzeit im Bilde zu sein.

Als Projektmanagerin bei diva-e Textprovider betreut Linda seit 2015 nationale und internationale Kundenprojekte. Sie unterstützt bei der Organisation des Blogs – schreibt aber auch gerne selbst den ein oder anderen Artikel.
Spannende Reisen, gutes Essen und viel Sport – so verbringt Linda ihre Freizeit am liebsten.



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