Alternative Suchmaschinen – Teil 1: DuckDuckGo

Alternative Suchmaschinen – Teil 1: DuckDuckGo

Für einen Großteil der Internetnutzer ist Google DIE Suchmaschine, wenn es um die Recherche von bestimmten Themen geht. Laut Statista hat der Webgigant aus Kalifornien alleine in Deutschland einen Marktanteil von 94,5 Prozent. Dass es auch interessante Wettbewerber gibt, zeigen wir in unserer neuen Artikelserie über alternative Suchmaschinen. Den Anfang macht DuckDuckGo!

Was ist DuckDuckGo?

Tracking-Cookies, gespeicherte Suchverläufe und IP-Adressen – wer mit Google das Internet durchsucht, wird schnell zum gläsernen User. Spätestens seit der NSA-Affäre wurden Surfer allerdings sensibler und begannen, zu lockere Datenschutzrichtlinien und Privatsphäre-Einstellungen zu hinterfragen. Genau hier setzt DuckDuckGo an. Die alternative Suchmaschine sammelt keinerlei Nutzerdaten und setzt voll auf anonymes Surfen.

Diese Intention verfolgt DuckDuckGo-Gründer Gabriel Weinberg bereits seit dem Jahre 2008. Bis 2011 betrieb der studierte Physiker seinen Webdienst in Eigenregie, dann aber wurde die breite Öffentlichkeit auf das ambitionierte Projekt aufmerksam. Mit den ersten Investoren und den Skandalen um NSA und PRISM verzeichnete die Suchmaschine mit dem lustigen Namen rasante Zuwächse. So erlangte der Webdienst am 1. März 2012 erstmals über 1,5 Millionen direkte Suchanfragen an nur einem Tag. Am 10. Januar 2017 waren es bereits 14 Millionen Aufrufe in 24 Stunden. Zwar ist DuckDuckGo mit diesen Zahlen im Vergleich zu Google noch ein sehr kleines Entchen (Google verbucht etwa 64.000 Suchanfragen pro Sekunde), aber die Achtungserfolge lassen sowohl Tekkies als auch Pressevertreter aufhorchen.

 

Wie funktioniert DuckDuckGo?

Das Frontend der DuckDuckGo-Website lässt sich durchaus mit dem „großen Bruder“ Google vergleichen. Die aufgeräumte Seite verfügt über eine einzelne Eingabemaske, in der User bestimmte Suchbegriffe eingeben können.

Abbildung 1: Auf‘s Wesentliche reduziert – die Eingabemaske von DuckDuckGo

DuckDuckGo bietet allerdings deutlich mehr Komfort, als es der erste Blick vermuten lässt. Eine Auto-Complete-Funktion vervollständigt z.B. eingegebene Suchbegriffe, was die Recherche nach bestimmten Themen deutlich vereinfacht.

Abbildung 2: Praktische Sache – die AutoSuggest-Funktion von DuckDuckGo

Außerdem bedient sich DuckDuckGo bei der Ausgabe der Suchergebnisse mehrerer Quellen, weshalb Experten auch von einem sogenannten Mashup sprechen. Namentlich werden Yahoo! Search BOSS, Wikipedia und ein eigener Webcrawler namens DuckDuckBot hinzugezogen, um dem User möglichst relevante und vielschichtige Suchergebnisse zu präsentieren. Aus viel besuchten Webseiten generiert die Suchmaschine zudem Zero-Click-Infokästchen, die gebündelte Informationen zu einem Thema anzeigen.

Abbildung 3: Alle Infos auf einen Blick – die Zero-Click-Boxen von DuckDuckGo

Weitere Goodies von DuckDuckGo sind die individuelle grafische Anpassbarkeit der Suchmaschine, konfigurierbare Instant Answers zu oft gesuchten Themen (Rezepte, Filme etc.) und sogenannte !bangs, mit denen Inhalte direkt auf bestimmten Webseiten gesucht werden können. Beispiel gefällig? Mit Eingabe des Suchstrings „!a tablet“ werden Surfer direkt auf die Amazon-Webseite weitergeleitet – gleichzeitig wird dort eine Suche nach Tablets initiiert. Praktisch, oder?

 

Wie sicher ist DuckDuckGo?

Im Gegensatz zu Google speichert DuckDuckGo keine personenbezogenen Daten, keine Suchverläufe und keine IP-Adressen. Somit ist die Suchmaschine das ideale Tool für Surfer, die anonym im Internet unterwegs sein möchten. Cookies gegenüber ist DuckDuckGo eher abgeneigt – Daten über den genutzten Webbrowser oder die Version des Betriebssystems sammelt der Enterich auch nicht.

DuckDuckGo liefert außerdem – anders als andere Suchmaschinen – bei identischen Nutzeranfragen immer dieselben Suchergebnisse. Filterblasen, die durch individuell auf den User zugeschnittene Einblendungen entstehen (durch gespeicherte Suchverläufe), werden so konsequent verhindert.

Die absolute Privatsphäre kann aber auch DuckDuckGo nicht garantieren. Wie alle US-amerikanischen Unternehmen ist die Suchmaschine durch den PATRIOT Act dazu verpflichtet, der NSA, dem FBI und der CIA Zugriff auf seine betriebseigenen Server zu gewähren.

 

Wie finanziert sich DuckDuckGo?

Ähnlich wie Google verdient die Suchmaschine von Gabriel Weinberg ihr Geld mit Werbung. DuckDuckGo verzichtet allerdings darauf, Ads einzublenden, die auf Suchverläufen basieren. Stattdessen werden ausschließlich die eingegebenen Keywords genutzt, um passende Anzeigen zu schalten. Wer also in die Suchmaske von DuckDuckGo das Wort „Smartphone“ eingibt, der bekommt genau EINE Anzeige zum Thema Smartphones ausgespielt. Dieses Vorgehen ist nicht nur sehr simpel, sondern auch effektiv. Im Gegensatz zur Werbeflut bei Google besteht außerdem eine viel größere Chance, dass User eben auf genau diese eine Anzeige klicken.

Wer selbst Werbung über DuckDuckGo schalten möchte, muss sich lediglich ein Bing-Ads-Konto anlegen. Im Werbeuniversum von Yahoo! und Microsoft haben Online Marketer die Möglichkeit, gezielt und exklusiv Anzeigen auf DuckDuckGo zu schalten.

Zweites Standbein der DuckDuckGo-Einnahmen sind Affiliate-Programme von Amazon und eBay. Auch hier gilt der Grundsatz, dass Werbung ausschließlich auf Basis der eingegeben Keywords ausgespielt wird. Die Entensuche verdient so nicht nur Geld, sondern sorgt auch für komfortable Recherche nach bestimmten Produkten. Wer z.B. nach einer Band sucht, bekommt bei DuckDuckGo gleich passende Angebote von Amazon und/oder eBay präsentiert – Tonträger, Downloads, Merchandising und mehr.

Abbildung 4: So verdient DuckDuckGo Geld – oben Affiliate-Vorschläge, unten Bing-Ads

 

Lohnt sich der Umstieg auf DuckDuckGo?

Generell ist DuckDuckGo nicht weniger komfortabel als Google. Im Gegenteil – praktische Suchhilfen wie !bangs, Instant Answers und Zero-Click-Boxen machen den Suchmaschinen-Underdog sehr gut bedienbar und sorgen für schnelle sowie zielgerichtete Suchen. Gerade für Surfer, die viel Wert auf Privatsphäre legen, lohnt sich der Blick auf DuckDuckGo allemal. Interessant ist es außerdem, die Suchergebnisse von Google und seinem kleinen Verwandten einmal direkt zu vergleichen. Dank fehlender Filterblase sind die Ergebnisse von DuckDuckGo nämlich oftmals zielgerichteter und brauchbarer als beim Platzhirschen aus Kalifornien. Neugierig geworden? Dann besuchen Sie jetzt die Website von DuckDuckGo und testen Sie die Vorzüge der alternativen Suchmaschine.



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